Wer wird denn gleich „Neujahrspost“ sagen?

Ja ja, jeder und jede haut gerade die gleichen doofen Neujahrswünsche, guten Vorsätze und Rückblicke raus. Mich nervts ja auch langsam. Ich schreib euch trotzdem einen weiteren doofen Neujahrspost. Weil ich es kann. Hehe.

Also kurz zu 2014.
Das Jahr war verwirrend und – sagen wir, divers. Einerseits ist viel Mist, den ich aus 2013 mitgeschleppt hab, auch in diesem Jahr noch immer nicht sterben gegangen. Der Kopf ist voll, die Tage teils unberechenbar, die sozialen Zwänge manchmal unerträglich. Wie man so schön sagt: „Menschen, ey.“ Aber was ist das eigentliche Problem? Richtig: Nicht ebenjene Menschen, sondern die Art, wie ich mit meinen Problemen mit diesen Menschen umgehe. Ihr kennt das.

Was mich zum nächsten Punkt bringt: Achtsamkeit. Warum hat mich früher keiner mit Büchern dazu beworfen, hm? Letztes Jahr scheint dieses endlos alte Konzept irgendwie mal wieder zum Modewort avanciert zu sein. Passte gut zu der Tatsache, dass ich eh schon seit Jahren versucht habe, wieder mit Yoga anzufangen. Über Yoga habe ich dann nicht nur eine Menge Rückenschmerzen verloren, sondern auch Meditation und achtsameres Leben wieder entdeckt – hängen geblieben bin ich dann in der säkularen Netzmenschen-Variante. Wo auch sonst. Jedenfalls hat mich die ganze Praxis auf einen sehr heilsamen Weg gebracht. (Wie passend, dass ich pünktlich zum Dezemberwahnsinn zwischenzeitlich aus der Gewohnheit fiel – was meiner „inneren Ruhe“ in der nervenaufreibendsten Zeit des Jahres nicht gerade gut tat… Anyway, immerhin sitze ich seitdem jeden morgen wieder fleißig auf meinem extremst bequemen Kissen und, äh, atme.) Wer jetzt denkt, „Hm? Meditation? Achtsamkeit? Auch nur wieder son Eso-Quatsch!“, sollte es dringend mal eine Weile ausprobieren und noch dazu dieses Buch lesen.

Aber den Alltagskram beiseite. Es ist nämlich auch etwas, äh, Größeres passiert. Ich habe geheiratet – ganz heimlich an Twitter vorbei, ich Schuft! – und das war und ist ziemlich toll. Nicht nur war es ein wunderschöner Tag, vor allem war es eine wunderschöne Zeit drumherum, in der man plötzlich alle Karten auf dem Tisch hat. In der eine Beziehung ganz neu verhandelt wird. (Ich verstehe absolut, warum sich vor der Hochzeit so viele Paare trennen…) In der man plötzlich sicher ist, genau das Richtige zu tun. Und sich wundert, wie eigentlich die Chancen stehen, zufällig im gesellschaftlich akzeptierten Alter mit einem so tollen Menschen auch noch von gesellschaftlich akzeptiertem Geschlecht so tief zusammen gewachsen zu sein und dann auch noch Lust und Gelegenheit zu haben, die dazu vorgesehenen gesellschaftlich akzeptierten Rituale auf halbwegs gesellschaftlich akzeptierte Art und Weise durchzuführen… Im Nachhinein wird mir aber vor allem eines klar: Diese Zeit und diese Beziehung haben mir Brücken über Abgründe gebaut, über die ich erst hinterher erschrecken konnte, nicht hineingefallen zu sein. Ich mag hier und auf Twitter oft trocken und leicht zynisch über solche Themen schreiben, aber es fühlt sich weit kitschiger an als ihr euch vorstellt. Schnief.

Und sonst? Da wurde fleißig bürogetiert, gepodcastet, interviewtKatzen bespaßt, geschrieben, vor allem nicht geschrieben, neue Dinge probiert, endlich ordentliche Nachrichten geschaut, Pizza gegessen, mehr Pizza gegessen, andere Podcaster getroffen, andere Netzmenschen getroffen, viele neue Blogs gelesen und endlos Ohrwürmer aus Musicals gewonnen.

Ups, hatte ich „kurz“ gesagt? Sorry…

Zu 2015 bin ich aber wirklich schnell, denn alle Pläne für das Jahr lassen sich eigentlich zu zwei Sachen zusammenfassen: Mehr Haltung und mehr Musik. Jaaa, das ist schwammig. Ich war schon persönlich genug in diesem Post, klar? Genug jetzt. Ab ins Bett.

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2 Gedanken zu “Wer wird denn gleich „Neujahrspost“ sagen?

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